Eine runde Sache

16.03.12 00:01 Alter: 1 yrs | 

Von: www.hsv.de

Kategorie: Besondere Anlässe

Dr. Peter Krohn feiert 80. Geburtstag

Am 16. März feiert Dr. Peter Krohn seinen 80. Geburtstag. Der Verein lud den ehemaligen Präsidenten und weiterhin überaus engagierten HSVer anlässlich seines besonderen Ehrentages zu einem gemeinsamen Bummel durch die heiligen Hallen des Vereins ein – inklusive vieler Erinnerungen, lustiger Anekdoten und einiger Überraschungsgäste.

 

Die Idee war schnell geboren. Wenn ein Mann wie Dr. Peter Krohn, der die erfolgreichste Ära des HSV entscheidend prägte, seinen 80. Geburtstag feiert, dann ist eine Einladung ins HSV-Museum quasi unumgänglich. Und so luden wir den ehemaligen Präsidenten und Generalmanager des Hamburger SV zu einem Bummel durch die heiligen Hallen des HSV ein, um gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen und anhand der Relikte aus vergangenen Zeiten alte Geschichten und Anekdoten für einen Moment wieder lebendig werden zu lassen. Doch da solche Ausflüge in die Vergangenheit in vertrauter Gesellschaft noch mehr Spaß machen, sollten unbedingt einige seiner alten Weggefährten an diesem Museumsbesuch teilhaben – und an dieser Stelle wurde aus der Idee eine Herausforderung. 

 
Denn wie sich herausstellte, hatte es viele Spieler aus den 70er Jahren nach und nach in die weite Welt hinausgezogen. Horst Bertl und Arno Steffenhagen leben mittlerweile in den USA, Horst Blankenburg in Spanien, Georg Volkert und Buffy Ettmayer zumindest im Süden Deutschlands, und so weiter und so fort. Zudem sind einige der legendären Rothosen auch heute noch beruflich sehr aktiv, weshalb beispielsweise auch Manfred Kaltz leider absagen musste. Doch mit Peter Hidien, Klaus Zaczyk, Rudi Kargus, Ditschie Ripp und Peter Nogly fand sich immerhin eine halbe Feldspieler-Besatzung, die noch heute in und um Hamburg lebt. Und alle sagten zu! „Wir hatten so schöne und erfolgreiche Jahre, da bin ich natürlich dabei“, sagte Hidien, und sprach damit allen anderen aus der Seele, die extra private oder geschäftliche Termine umlegten oder absagten, um an der Geburtstagsüberraschung teilehmen zu können. Und so freuten sich alle auf das Wiedersehen mit den alten Weggefährten und vor allem mit Dr. Krohn, dem Vater der damaligen Erfolge. Nur der selbst nicht – denn er wusste von all dem nichts. Eine herrliche Überraschung. 
 

Erinnerungen an den Rothenbaum

 

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Und die gelang! Denn Dr. Krohn schlenderte die ersten Flure des Museums allein entlang, blieb immer wieder stehen, begutachtete ausgiebig die Exponate und schwelgte in Erinnerungen. So wie an den alten Holz-Kassenhäuschen des Rothenbaum-Sportplatzes. „Ich kann mich noch an die Schlangen erinnern, wenn zigtausend Menschen am Samstag die Straßen rund um den Rothenbaum säumten, um den Rothosen zuzuschauen, ich habe dort als Jugendlicher selbst angestanden.“ Oder an den Sitzbänken mit den grünen Plastikschalen aus dem alten Volksparkstadion. „Damals passten fast 80.000 Zuschauer ins Stadion, es gab so viele große und unvergessliche Spiele.“ 

 

Auch dank eines gewissen Kevin Keegan, den Krohn einst zum HSV lotste. „Ich habe bei meiner Wahlrede zum Präsidenten gesagt, dass der HSV – trotz der damals sportlich und finanziell schwierigen Situation – mit seiner Tradition und der Weltstadt Hamburg zu den Größen im internationalen Fußball gehören muss, und dass wir einen echten Weltstar zum HSV holen wollen.“ Beides gelang. Unter Krohns Regie wurde der HSV DFB-Pokalsieger (1976), holte den Europapokal der Pokalsieger (1977), wurde in der Bundesliga Vizemeister (1976), und auch beim Gewinn der Meisterschaft 1979 bestand der Kern der Mannschaft aus den Spielern der Ära Krohn. Und in Person von Kevin Keegan gab es in Hamburg auch den angekündigten Weltstar, vor dessen im Museum ausgestellten Spind Dr. Krohn nun stand und sich erinnerte: „Vor seinem ersten Spiel für den HSV hat Kevin am Tresen des damaligen Vereinshauses die Eintrittskarten für seine Premiere mitverkauft. Da war was los, ein riesiger Menschenauflauf!“ Doch nicht nur Keegan selbst trug in diesem Moment die vielen Erinnerungen zutage, sondern auch die dem Spind gegenüberliegende Wall of Fame mit den Namen all derer, die einst das Trikot des HSV trugen. „Da stehen sie ja alle: Rudi Kargus, der war wirklich ein Elfmetertöter. Ich weiß noch, wie er im Europapokal in Dresden in einem Spiel zwei Elfmeter hielt. Und da, Peter Nogly, und da...“ 

 

Delegation der Weggefährten

 

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Und plötzlich – wie auf Kommando – marschierten Kargus, Nogly, Hidien, Zaczyk und Ripp in den Museums-Saal. „Was macht ihr denn hier?“, fragte Dr. Krohn noch leicht ungläubig, doch dann wich die Überraschung der Freude. Es wurde sich umarmt, geherzt, gelacht, und anschließend der Gang durch die Vergangenheit gemeinsam fortgesetzt. Große Freude herrschte natürlich bei der Besichtigung der Pokalvitrine mit den gemeinsam errungenen Trophäen, großes Gelächter beim Film über den Europapokalsieg in Amsterdam, als alle HSVer den Pott in weißen Bademänteln entgegen nahmen (Hidien: „Das war in Amsterdam Tradition.“), und große Verwunderung, als keines der von Krohn als – was für damalige Verhältnisse völlig neu war – Marketingprodukt eingeführten rosafarbenen Trikots entdeckt werden konnte. „Von diesen Trikots sind leider keine mehr auffindbar“, erklärte Dirk Mansen, der als Museumsleiter unserer Tour beiwohnte, „wenn ihr also bitte noch mal in euren Schränken schauen könntet...“



Zum Abschluss ging es gemeinsam ins HSV-Restaurant „Raute“, wo auch noch HSV-Vorstandsmitglied Oliver Scheel dazustieß und der Geschichtsunterricht bei kalten Getränken und warmen Speisen weiter ging. „Wisst ihr noch, wie wir damals...“ – so begannen die meisten Sätze, die eine Vielzahl von Anekdoten und reichlich Gelächter einleiteten und für die Geburtstagsüberraschung Dr. Krohns einen ebenso freudigen wie würdigen Abschluss bildeten. Denn das Wiedersehen machte allen Beteiligten so viel Spaß, dass sich die lebenden Legenden direkt zu einem nächsten Treffen verabredeten, dann allerdings in privater Runde. Und hierbei wird dann ganz sicher auch noch mal auf den 80. Geburtstag angestoßen. Herzlichen Glückwunsch, Dr. Peter Krohn!